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KI - Künstliche Intelligenz im Mittelstand

Vom digitalen Add-on zum strategischen Wachstumstreiber

Erfolgreiche mittelständische Unternehmen kombinieren KI verantwortungsvoll mit der Expertise ihrer Mitarbeitenden, um effizienter, resilienter und innovativer zu werden.



Editorial

Künstliche Intelligenz (KI) ist längst kein Zukunftsversprechen mehr – KI ist Realität. Und sie verändert auch den deutschen Mittelstand tiefgreifend. Was vor wenigen Jahren noch als digitales Add-on galt, entwickelt sich heute immer mehr zum echten strategischen Wachstumstreiber.

Mit unserer bewährten Methodik sind wir den Dingen mit einem Blick in die Praxis auf den Grund gegangen und haben wirtschaftlich erfolgreiche mittelständische Unternehmen in puncto KI-Einsatz analysiert. Die erste und wichtigste Erkenntnis: KI ist kein Ersatz für Mitarbeitende, sondern ein zentraler Hebel für innovative Geschäftsentwicklung und Effizienz.

Erfolgreiche Unternehmen entwickeln ihre Geschäftsmodelle evolutionär statt disruptiv weiter und integrieren KI verantwortungsvoll in bestehende, zunehmend digitale Prozesse. Die digitale Evolution, die vor vielen Jahren „vom Papier in die virtuelle Welt“ ihren Anfang genommen hat, erfährt nun durch KI ihren ultimativen Boost. Bei neuen digitalen Geschäftsmodellen ist KI kaum mehr wegzudenken. Damit ist KI als zentrales Werkzeug für Effizienz, Resilienz und Innovation zum wesentlichen Treiber für nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum avanciert und so in unseren Augen ein weiterer, fester Bestandteil der Wachstums-DNA mittelständischer Unternehmen und Erweiterung des Baker Tilly Wachstumshauses.

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis wollen wir Ihnen mit der hier vorgelegten Analyse vor allem zahlreiche Denkanstöße zu zentralen Fragen geben:

  • Wie gelingt die Balance zwischen Tradition und Transformation?
  • Welche Risiken müssen Sie kennen?
  • Wie machen Sie KI zum Wachstumsmotor Ihres Unternehmens?

Praxisnahe und faktenbasierte Antworten finden Sie an dieser Stelle zusammengefasst und in ausführlicher Form im folgenden PDF – inklusive konkreten Handlungsempfehlungen sowie eines Gastbeitrags von Matthias Ziegler, CEO der Gregor Ziegler GmbH.

Prof. Dr. Thomas Edenhofer

Dabei können unsere Beobachtungen nur eine Momentaufnahme sein: Die Entwicklung von Digitalisierung und KI verläuft rasend schnell und erfordert eine stetige Weiterentwicklung der Unternehmen. Das ist auch der Grund dafür, dass wir uns jetzt schon für eine Folgepublikation entschieden haben, bei der wir die konkrete Integration der KI in die Unternehmensprozesse, das sich ändernde Mitarbeiterprofil und eine Abschätzung der erforderlichen Investitionsvolumina sowie den weiteren dynamischen Entwicklungsprozess der KI untersuchen werden.

Summary

Zehn KI-Thesen

Die folgenden zehn zentrale Thesen zur KI und deren Einsatz in mittelständischen deutschen Unternehmen spiegeln die wesentlichen Aussagen unserer Analyse wider: KI ist inzwischen ein zentrales Werkzeug zur notwendigen Transformation des Deutschen Mittelstands. (Klick auf > zum Ausklappen)

These 1: KI auf Augenhöhe mit Digitalisierung

KI ist nicht mehr nur Bestandteil der Digitalisierung, sondern steht mit gleichem Stellenwert neben ihr. Die Digitalisierung ist damit – ergänzt um KI – ein noch bedeutenderer Bestandteil der Wachstums-DNA geworden.

These 2: KI hat enorme Auswirkungen auf die Ausgestaltung sämtlicher betrieblicher Prozesse

KI transformiert Branchen, unterstützt die Automatisierung von Prozessen und eröffnet neue Möglichkeiten der Entscheidungsfindung durch Datenanalyse.

These 3: Breite Anwendung der KI zur Effizienzsteigerung

KI findet in erfolgreichen Unternehmen Einsatz in nahezu allen Unternehmensbereichen – von Produktion über Verwaltung bis hin zu Kundenkommunikation und IT-Sicherheit.

These 4: Datengetriebene Entscheidungsfindung ersetzt Bauchgefühl

Datenbasierte Unternehmenssteuerung ermöglicht bessere, da fundiertere Entscheidungen, die auf Echtzeitdaten beruhen.

These 5: Neue Geschäftsmodelle entstehen durch KI-basierte Services

KI wird zum Treiber ganz neuer Geschäftsmodelle mit KI-basierten Produkten wie z.B. Chatbots, Monitoring-Tools, Predictive-Maintenance-Modulen oder Bildverarbeitungssystemen.

These 6: KI als Co-Pilot

KI sollte nicht als Ersatz , sondern als Ergänzung zur menschlichen Expertise angesehen werden – insbesondere zur Automatisierung repetitiver Aufgaben und datengetriebener Entscheidungsfindung. Weiterbildung und „Prompting“-Kompetenz der Mitarbeitenden sind entscheidend.

These 7: KI wird zentral für IT-Sicherheit

Mit der Bedeutung von KI erhöht sich der ohnehin schon sehr hohe Stellenwert von IT-Sicherheit in Unternehmen noch einmal zusätzlich. KI ist gleichzeitig auch ein zentrales Werkzeug, um diese Sicherheit zu gewährleisten.

These 8: KI als Wachstumsmotor

Unternehmen, die konsequent in KI investieren, verzeichnen ein sehr viel höheres Umsatzwachstum als solche ohne KI-Einsatz.

These 9: (KI)-Innovationen sichern Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit

Deutschland braucht neue KI-gestützte Geschäftsmodelle. Unternehmen werden dabei von reinen Produktlieferanten zum Anbieter von Lösungen. Im Hinblick auf das Finanzierungsklima für diese Innovationen existiert in Deutschland allerdings enormer Nachholbedarf.

These 10: Evolution statt Disruption von Geschäftsmodellen

Digitalisierung, geopolitische Unsicherheiten und regulatorische Anforderungen erfordern strukturelle Anpassungen: Erfolgreiche schrittweise Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen mittels KI mit Fokus auf Stabilität, Serviceorientierung und nachhaltige Wertschöpfung.

Auf Augenhöhe mit der Digitalisierung

KI-Revolution

Erweiterung der Wachstums-DNA

KI ist nicht nur ein Werkzeug – sie ist als nächste Entwicklungsstufe zum zentralen Treiber der Digitalisierung avanciert. Sie transformiert Branchen, automatisiert Prozesse und eröffnet völlig neue Möglichkeiten der Datenanalyse und Entscheidungsfindung sowie der Ausgestaltung betrieblicher Prozesse. Ob in der Industrie, Medizin oder Verwaltung: KI beschleunigt die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, steigert Effizienz und verändert die Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren und leben.

Auch wenn KI in rein technischer Hinsicht (nur) die nächste Entwicklungsstufe der Digitalisierung darstellt, sind die damit verbundenen Veränderungen so tiefgreifend, dass KI neben der Digitalisierung durchaus auch als eigenständiges Phänomen angesehen werden kann – vergleichbar mit digitalen Meilensteinen wie dem Computer, Smartphone oder dem Internet. Ausreichend viele Gründe dafür, dass wir KI zu einem zentralen Bestandteil unserer Befragung gemacht und dem Phänomen KI seinen eigenen, festen Platz sowohl in der digitalen Evolution als auch in unserer Wachstums-DNA eingeräumt haben.



Empirische Analyse

Umfrageergebnisse

Befragung im Rahmen des Wettbewerbs BAYERNS BEST 50

KI als Motor für Geschäftsentwicklung und unternehmerisches Wachstum

Die zunehmende Bedeutung von KI hat auch der von uns untersuchte erfolgreiche bayerische Mittelstand längst erkannt. Die Antworten auf die Frage nach KI-Investitionen in 2024 und 2025 zeichnen ein klares Bild (vgl. Abb. 1): So hat sich der Anteil jener Unternehmen, die keinerlei Investitionen in KI tätigen, von 29 Prozent auf 16 Prozent binnen eines Jahres stark verringert. Das Bewusstsein, zumindest einen kleinen oder mittleren Umsatzanteil (im Sinne unserer Definition) in KI zu investieren, war bereits 2024 mit in Summe 64 Prozent der Unternehmen sehr ausgeprägt und hat sich 2025 auf in Summe 77 Prozent nochmals gesteigert. Währenddessen blieb der Anteil der Unternehmen, die hohe bis sehr hohe KI-Investitionen tätigen, auf (noch) geringem Niveau unverändert.

Entsprechend fielen auch die Antworten auf die zentrale Eingangsfrage zum Themenkomplex KI aus, die wir im Rahmen unserer Untersuchung ausgewertet haben: „Welchen Einfluss erwarten Sie durch den Einsatz von KI auf Ihr Geschäftsmodell?“ Die befragten Unternehmen gehen nahezu alle davon aus, dass KI mehr oder weniger sämtliche Unternehmensbereiche beeinflussen wird: KI wird dabei als Schlüsselfaktor für Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und Innovation beschrieben. Während einige Unternehmen bereits konkrete Implementierungen realisiert haben, sehen andere vor allem zukünftiges Potenzial. Besonders stark hervorgehoben werden dabei durchweg die Schaffung neuer Geschäftsmodelle und die Verbesserung datenbasierter Entscheidungen. KI wird dabei in den seltensten Fällen als Ersatz, sondern vielmehr als Ergänzung bestehender menschlicher Expertise verstanden.

Klare Meinung über KI-Nutzen

Über Nutzen und Mehrwert herrscht bei den Unternehmen gleichfalls eine klare Meinung (vgl. Abb. 2). So erhofft man sich mit 78 Prozent in erster Linie die Optimierung von – vor allem repetitiven – Prozessen. 44 Prozent nutzen KI für die Analyse von Daten und die Unternehmensplanung, während 28 Prozent von Verbesserungen in den Bereichen Kundenkontakt, Marketing und Kommunikation berichten. 20 Prozent haben nach eigenen Angaben erreicht, ihr Innovationspotenzial zu steigern. Schlussendlich geht es also bei den befragten Unternehmen insbesondere um verbesserte Datengrundlagen und die Entlastung der Mitarbeitenden.

Breite Anwendung der KI zur Effizienzsteigerung

In puncto Effizienzsteigerung werden vor allem automatisierte Büroprozesse, Buchhaltungsroutinen, Projektabrechnungen oder HR-Abläufe genannt. In technisch geprägten Branchen steht die Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen im Vordergrund – beispielsweise durch KI-gestützte Qualitätskontrollen, „Predictive Maintenance“ oder intelligente Routenplanung. Unterm Strich: Viele Unternehmen erwarten, dass durch diese Systeme Routinearbeit reduziert und Personalressourcen für wertschöpfende Tätigkeiten freigesetzt werden. Branchenübergreifend wird der Gedanke geäußert, dass KI einen Großteil der Routineprozesse optimiert, damit sich die Mitarbeitenden auf den entscheidenden Anteil mit Planung, Kontrolle und kreativer Weiterentwicklung konzentrieren können.

KI wird zum zentralen Antriebsmotor für Geschäftsentwicklung und unternehmerisches Wachstum im deutschen Mittelstand.

Die Korrelation zwischen KI-Investitionen und Wachstumsperformance der Unternehmen brachte Erstaunliches zutage (vgl. Abb. 3). So wachsen jene der hier betrachteten Unternehmen mit einem Umsatzplus von durchschnittlich 35 Prozent pro Jahr ganz besonders stark, die einen vergleichsweise hohen Umsatzanteil (zwischen 4 - 10 Prozent) in KI investieren. „Schlusslichter“ mit einem Umsatzplus von durchschnittlich 8 Prozent sind in dieser Hinsicht jene Unternehmen, die keinerlei KI-Investitionen aufweisen. Kurz zusammengefasst: Unternehmen, die KI konsequent einsetzen, wachsen im Schnitt mehr als viermal so stark wie jene, die darauf verzichten.

Transformationsdruck? KI ist die Antwort!

Aktuell ist es unbestritten, dass die wirtschaftliche und politische Unsicherheit, der technologische Wandel und (mit abnehmender Bedeutung) der Fachkräftemangel die größten Herausforderungen für Unternehmen darstellen. Neben diesen übergeordneten Trends prägen steigende Kosten (Energie, Löhne, Rohstoffe) das aktuelle Marktumfeld und die Zukunft der Unternehmen. Diese müssen sich daher technologisch und personell so aufstellen, dass sie den exogen vorgegebenen Herausforderungen möglichst flexibel begegnen können.

Technologischer Wandel und KI

Nahezu alle Unternehmen haben bereits erkannt, dass der technologische Fortschritt tiefgreifende Veränderungen mit sich bringt – bzw. geradezu erzwingt. Die Umstellung von klassischen Strukturen auf Cloud-Services, KI-Integration und automatisierte Prozesse wird als notwendig, gleichzeitig aber auch als sehr ressourcenintensiv beschrieben. Vor allem IT-Dienstleister, produzierende Unternehmen und Logistiker betonen, dass als nächste Entwicklungsstufe gerade der Einsatz von KI zunehmend operative Prozesse verändert – von der Datenanalyse über Qualitätsmanagement bis zur Kundenkommunikation.

Wirtschaftliches Umfeld und geopolitische Unsicherheiten bremsen Investitionen

Ein Großteil der Antworten verweist auf die zunehmend volatile Weltwirtschaft. Steigende Zinsen, hohe Energiekosten, schwache Konjunktur und politische Instabilität – Stichwort Zölle – bremsen Investitionen und führen zu längeren Entscheidungsprozessen auf Kundenseite.

Viele Unternehmen fordern daher eine Entlastung durch schlankere Verwaltungsstrukturen und kritisieren die zunehmende politische Komplexität (z. B. Lieferkettengesetz, ESG-Vorgaben, Energieeffizienzgesetz). Auch an dieser Stelle wird der Einsatz von KI häufig als Mittel der Wahl angesehen, um sich diesen Herausforderungen zu stellen, die Effizienz der Geschäftsprozesse zu optimieren und die personelle Ressourcenknappheit zu kompensieren.

Wachstum, Skalierung und Organisationsentwicklung als Balanceakt

Ein weiteres wiederkehrendes Thema ist die Frage, wie das Wachstum organisatorisch bewältigt werden kann. Viele mittelständische Unternehmen stoßen durch ihr rasantes Wachstum an die Grenzen in ihren Strukturen, Prozessen und Führungsmodellen. Die Lösung liegt in ihren Augen in der Standardisierung und Digitalisierung der Geschäftsprozesse – in der jetzigen Entwicklungsstufe auch mit KI.

Der Mittelstand steht vor einer strukturellen Zäsur – zwischen Wachstum, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel mit KI als übergreifender Klammer entscheidet sich, wer in den kommenden Jahren erfolgreich bleibt.





Finanzierungsklima für neue Geschäftsmodelle

(KI)-Innovationen sichern Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit

Deutschland steht als Wirtschaftsstandort unter starkem Innovationsdruck und droht im globalen Vergleich den Anschluss zu verlieren. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind neue Geschäftsmodelle erforderlich, die das Potenzial von KI konsequent nutzen – zahlreiche Beispiele zeigen, wie sich KI-basierte Ideen erfolgreich monetarisieren lassen. Damit solche Innovationen entstehen, müssen jedoch die Rahmenbedingungen, insbesondere die Finanzierung, verbessert werden. Deutschland sollte gezielt die Finanzierungsmöglichkeiten für KI-Initiativen ausbauen und Investoren mehr Mut und Offenheit gegenüber KI-Innovationen zeigen, da andere Länder hier deutlich effizienter agieren.

Evolutionär, nicht disruptiv: Ausgewogene Balance zwischen Kontinuität und Innovation

Neben zeitnaher, meist auf operativer Ebene realisierten Optimierungen räumen die befragten Unternehmen KI auch mittelfristig eine hohe Bedeutung ein. Im Mittelpunkt dabei: eine deutliche Weiterentwicklung bestehender Geschäftsmodelle. KI wird dabei neben datengetriebenen Prozessen und As-a-Service-Modellen als zentraler Hebel für zukünftige Wettbewerbsfähigkeit angesehen.

Wie erfolgreiche Unternehmen mittels KI ihre Business-Modelle strategisch weiterentwickeln

Ein deutlicher Trend ist die Transformation vom klassischen Produktanbieter zum Full-Service- oder Managed-Service-Provider. IT-Systemhäuser, Maschinenbauer und Bauunternehmen geben an, sich von Produktanbietern zu Lösungsanbietern zu wandeln und sich mit integrierten Beratungs-, Wartungs- und Serviceleistungen weiterentwickeln zu wollen: Zentrales Werkzeug dabei: KI!

Datengetriebene Geschäftsmodelle schaffen neue Wertschöpfung

Viele Unternehmen streben an, ihre Geschäftsmodelle in Zukunft noch stärker auf Datenintelligenz aufzubauen. Dazu gehören KI-basierte Entscheidungsunterstützung, Simulation und „digitale Zwillinge“ – also eine dynamische virtuelle Kopie eines realen Objekts, Prozesses oder Systems, Echtzeitdaten zur Prozessoptimierung und datenbasierte Produktentwicklung.

KI ist ein zentrales, wenn nicht sogar das derzeit wichtigste Werkzeug zur notwendigen Transformation des Deutschen Mittelstands.

Viele Unternehmen beschreiben eine deutliche Verschiebung der Kundenerwartungen: Statt reiner Produktlieferanten sollen sie zunehmend strategische Partner sein. Das bedeutet konkret: proaktive Beratung, Wissenstransfer zu Trends wie KI oder Nachhaltigkeit und stärkere Individualisierung von Dienstleistungen. Viele Unternehmen investieren daher in Key-Account-Management, Pre-Sales-Kompetenz und Branchenlösungen. Parallel dazu wächst der Wettbewerbsdruck – insbesondere durch internationale Anbieter mit niedrigeren Lohnkosten und/oder aggressiven Preisstrategien. Qualität, Zuverlässigkeit und Innovationskraft werden daher verstärkt als Differenzierungsmerkmale genutzt. Hier soll KI die notwendigen Freiräume schaffen, damit die Mitarbeitenden die notwendige Transformation des Unternehmens vorantreiben können.

Do’s and Don’ts

Umgang mit KI in mittelständischen Unternehmen

✅ Do's

Auf Basis unserer umfassenden Analyse der gegebenen Antworten haben wir eine Liste mit Do’s und Don’ts erstellt als zusammenfassende „Learnings“ und konkrete Hilfestellungen für die Übertragung in das eigene Unternehmen. (Klick auf > für weitere Details.)

Beantworten Sie die Frage: Wie wird KI Ihre Branche verändern?

Fragen Sie sich frühzeitig, welchen Einfluss KI auf Ihre Branche nehmen wird. Dabei gilt es die zentrale strategische Frage zu beantworten: Wie können Sie KI nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens zu verbessern – kurz- und langfristig.

Definieren Sie klare Ziele für den KI-Einsatz in Ihrem Unternehmen.

Legen Sie initiierend fest, welche konkreten Vorteile (z. B. Effizienzsteigerung, Automatisierung, neue Geschäftsmodelle) Sie erreichen möchten. Analysieren Sie genau, in welchen Unternehmensbereichen sich der KI-Einsatz besonders lohnt.

Planen Sie Change Management und Kulturwandel und starten Sie mit KI-Pilotprojekten. Überwachen und optimieren Sie kontinuierlich den Fortschritt.

Bereiten Sie Ihre Organisation und Führung schrittweise auf die Transformation vor. Beginnen Sie in einem überschaubaren Bereich, bevor Sie KI großflächig implementieren. Prüfen Sie regelmäßig die Performance Ihrer KI-Systeme und passen Sie diese ggf. an.

Investieren Sie in Datenqualität

Jede KI kann nur so gut sein, wie die Daten, auf die sie zurückgreifen kann: Sorgen Sie für strukturierte und saubere Daten als Grundlage für Ihre KI-Anwendungen. So wird aus „Bauchgefühl“ datengetriebenes Handeln.

Schulen Sie Ihre Mitarbeitenden aktiv

Fördern Sie Kompetenzen wie „Prompting“ und den Umgang mit KI-Co-Piloten.

Integrieren Sie KI als Ergänzung, nicht als Ersatz.

Positionieren Sie KI als Unterstützung menschlicher Expertise, um Akzeptanz zu sichern. Machen Sie Ihren Mitarbeitenden deutlich: es geht um Unterstützung – nicht um Ersatz!

Berücksichtigen Sie IT-Sicherheit und Compliance.

Setzen Sie KI für Sicherheitsanwendungen ein und achten Sie auf DSGVO- und ESG-Vorgaben.

Nutzen Sie KI zur Entscheidungsfindung für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.

Nutzen Sie KI zur Analyse großer Datenmengen, um noch bessere Entscheidungen treffen zu können. Auch auf Basis dieser Ergebnisse: Entwickeln Sie neben Ihren Ihren klassischen Produktangeboten ergänzende, KI-basierte Services wie Chatbots, Monitoring-Tools oder Predictive-Maintenance.

Verknüpfen Sie KI mit Nachhaltigkeits­strategien.

Nutzen Sie KI zur Optimierung Ihrer Energieeffizienz und Ihres ESG-Reportings.

Finanzierungsbedarf kennen und planen

Ermitteln Sie von Anfang an den voraussichtlichen Finanzierungsbedarf und entwickeln Sie neben einem Plan A auch einen Plan B für die Finanzierung Ihrer KI-Vorhaben.



❌ Don’ts

Setzen Sie KI nicht ohne klaren Business-Case ein.

Vermeiden Sie den Einsatz von KI als reinen Trend ohne Nutzen.

Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf KI-Tools.

KI funktioniert nicht ohne Prozesse, Daten und Menschen. Plausibilitätschecks statt blindem Vertrauen in KI.

Ignorieren Sie nicht die Datenqualität.

Schlechte Daten führen zu falschen Ergebnissen und Vertrauensverlust. Jede KI kann nur so gut sein, wie die Daten, auf die sie zurückgreifen kann.

Skalieren Sie nicht zu schnell.

Großflächige Implementierungen ohne ausreichende Vorbereitung könnten Ihre Organisation überfordern.

Unterschätzen Sie nicht das Thema Sicherheitsrisiken.

KI kann neue Bedrohungen schaffen – Schutzmaßnahmen sind Pflicht.

Verzichten Sie nicht auf Transparenz.

Black-Box-Modelle ohne Erklärbarkeit gefährden die Akzeptanz.

Denken Sie nicht nur kurzfristig.

KI ist ein langfristiger strategischer Hebel, kein Schnellschuss.

Schließen Sie bei der konkreten Umsetzung Ihre Mitarbeitenden nicht aus.

Angst vor Jobverlust kann Akzeptanz blockieren – kommunizieren Sie klar.

Unterschätzen Sie regulatorische Anforderungen nicht.

Verstöße gegen DSGVO oder ESG können teuer werden.

Auch wenn Sie heute noch nicht betroffen sein sollten: Ignorieren Sie den Fachkräftemangel nicht.

KI ersetzt keine Fachkräfte, sondern erfordert zusätzliche Qualifikationen.

„Wachstums-DNA“ des deutschen Mittelstand

Erweiterung um KI

Bereits 2014 haben wir erstmals die Frage gestellt: Welche gemeinsamen Merkmale weisen wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen im deutschen Mittelstand auf? So haben wir die ausgezeichneten Betriebe des Wettbewerbs „Bayerns Best 50“ genau unter die Lupe genommen und sind dabei auf Muster gestoßen, die sich wiederholen: bestimmte Faktoren, die offenbar Wachstum und Erfolg antreiben. Ihr Zusammenspiel bezeichnen wir als „Wachstums-DNA“ des deutschen Mittelstands.

Auf Grundlage unserer neuerlichen Untersuchung haben wir mit dieser Publikation die „Wachstums-DNA“ um den Aspekt „KI" erweitert.



Wachstums-DNA

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